Den Gemeindebrief 4/2025 (Dezember, Januar, Februar) können Sie lesen, wenn Sie auf den Link klicken. Aus dem Inhalt des Gemeindebriefs:
Was zu Ende geht, soll uns nicht bestimmen
Liebe Leserinnen und Leser!
Wenn es dunkel wird, machen wir es hell. Und wenn es uns zu hell ist, machen wir es uns etwas dunkler und wählen ein warmes, behagliches Licht. Die dunkle Jahreszeit ist die Zeit der zahllosen Lichter. Hier in unserer Welt in dieser Zeit ist es leicht geworden, einfach umzuschalten zwischen hell oder dunkel, und uns genau das richtige Licht zu machen, das wir uns wünschen.
„Die Finsternis vergeht“, schreibt Johannes in seinem Brief. Die Finsternis, die er meint, ist viel mehr als eine Dunkelheit, die wir mit ein paar selbstgemachten Lichtern vertreiben können. Diese „Finsternis“ ist eine starke Macht. Es ist die Welt, die sich von ihrem Schöpfer befreit hat und ohne ihn leben will. Diese Finsternis steckt so tief in allem drin, dass sie nicht beseitigt werden kann. Die schönen, hellen, freundlichen und friedlichen Zeiten können sie nur vorübergehend überstrahlen und vergessen machen. Aber sie sind nicht in der Lage, diese Finsternis wegzunehmen.
Und doch schreibt Johannes: „Die Finsternis vergeht.“
Denn es steht schon fest, dass diese Finsternis ein Ende finden wird. Jesus sagt es so: „Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen.“ (Lukas 21,33) Gott wird dieser Welt, die ohne ihn leben will, ein Ende setzen. Er wird die heillose Finsternis nicht einfach immer bestehen lassen.
Das, was Gott tut, um der Finsternis ein Ende zu setzen, hat schon lange begonnen. Es hat so begonnen, dass sich Gott selbst schutzlos und liebevoll in die Finsternis hinein begeben hat, um uns aus ihr herauszuretten. Gott wurde Mensch, wurde als kleines, wehrloses Kind geboren. Jesus hat trotz aller Feindschaft der finsteren Welt nie Heere gegen sie aufgestellt. Jesus hat es zugelassen, dass ihre ganze Feindschaft über ihn hereinbrach, und er am Kreuz getötet wurde. Er ist aber auferstanden und hat die Macht des Todes zerbrochen.
Jesus Christus ist das „wahre Licht“. Er ist in die Welt gekommen. Dieses „wahre Licht scheint schon“, damit wir nicht mit der Finsternis vergehen, sondern mit Gott leben dürfen. Jesus bringt uns zurück in den Frieden mit Gott, in gute, liebevolle Gemeinschaft mit Gott. Er schenkt uns ein Leben zusammen mit Gott, für das wir von Anfang an gemacht worden sind. Deshalb braucht es uns nicht zu erschrecken, dass die „Finsternis vergeht“, dass also Himmel und Erde ein Ende finden werden. Wenn alles vergeht, wenn dieses Leben zu Ende geht, dann bleiben wir doch mit Jesus Christus verbunden und in dem Leben, das Gott uns in ihm schon geschenkt hat.
Jeder weiß, dass es keinen Sinn macht, sich nach etwas zu richten, das bald vorbei sein wird. Gerade in unserer Zeit, in der die Dinge schnell veralten und Neues angesagt ist, sind wir oft dabei, uns Neues zu holen und Altes zu entsorgen. Deshalb sagt Johannes uns: „Die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint schon.“ Wir sollen uns nicht von der Welt bestimmen lassen, die keine Zukunft hat. Wir sollen lieber auf Jesus hören, dessen Worte nicht vergehen werden.
Sein Licht scheint jetzt schon. Wir dürfen durch ihn leben, auch wenn alles andere vergehen wird. Deshalb soll er uns jetzt schon bestimmen und unser Leben prägen. Er hat uns Gottes Liebe gebracht, lange bevor wir Gott irgendwelche Liebe entgegengebracht haben. So sollen auch wir einander lieb haben. Denn die Zukunft unseres Lebens liegt nur bei Jesus Christus, auch wenn es oft so aussieht, als hätte dieses wahre Licht keine Bedeutung mehr zwischen all den anderen Lichtern.
Ihr / euer Pastor Rudolf Pfitzinger
